Drucken

Mädchen und Jungs

 

Die Kinder erleben in ihrem jeweiligen Elternhaus - mit den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen und Familienstrukturen - den Umgang mit dem Thema Sexualität. Im Kinderhaus setzen wir uns unter dem Aspekt der Entwicklung der eigenen Geschlechtsidentität mit Sexualität auseinander. In unserer Arbeit mit den Kindern sind wir auch in diesem Bereich Vorbilder.

  • Was bedeutet es ein Mädchen/ein Junge zu sein?
  • Was bedeutet es eine Frau/ein Mann zu sein?
  • Was sind die Gemeinsamkeiten, was sind die Unterschiede?

Für uns gilt der Grundsatz, dass wir einen natürlichen und offenen Umgang mit diesem Thema, unabhängig vom Geschlecht der Kinder und der Erzieher/innen vorleben. Das bedeutet für uns, dass wir die Kinder mit ihren Fragen ernst nehmen und entsprechend darauf eingehen. Bei Fragen, die wir als nicht altersgemäß erachten, verweisen wir die Kinder an ihre Eltern bzw. sprechen diese an. Wir möchten ihnen Achtung vor ihrem eigenen Körper und den Körpern der Anderen vermitteln. Die Kinder sollen lernen, dass sie über ihren Körper bestimmen. Wir finden es wichtig, dass jeweils andere Geschlecht als gleichwertig und gleichberechtigt anzuerkennen und wertzuschätzen. Der natürliche Umgang mit Sexualität beinhaltet für uns auch einen Schutzauftrag: Wir wollen Kinder durch Wissen stärken, um sie vor Übergriffen von außen oder untereinander zu schützen.

In unserem Kinderhaus mit seinen drei Bereichen bedeutet dies konkret, dass wir die Kinder alters- und entwicklungsspezifisch bei der Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität unterstützen. Dies geschieht im Alltag und wird nicht gesondert behandelt - im Gegensatz zu z.B. Sexualkundeunterricht in der Schule. Im Krabbelstubenalter entdecken die Kinder erste rein körperliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern meist einhergehend mit der Sauberkeitserziehung. Im Kindergartenalter werden diese Unterschiede in sogenannten Doktorspielen weiter erforscht. Hier ist es uns wichtig, solche Spiele zuzulassen - im geschützten Rahmen und unter Achtung der Grenzen der jeweiligen Kinder. Wir ermutigen die Kinder, klar auszudrücken, wenn sie etwas nicht möchten. Zudem fangen die Kinder in diesem Alter an, sich verbal über ihr Rollenverständnis auszutauschen. Wir achten auf die bereits erwähnte Gleichberechtigung der Geschlechter. Im Hortalter sind die Fragestellungen der Kinder zunehmend differenzierter. Pubertäre Anzeichen entwickeln sich und setzen bei den Kindern eine neue Körperwahrnehmung in Gang. Auch hier ist uns ein behutsamer, aber trotzdem offener Umgang mit den Fragen der Kinder wichtig.